Projekte

Aktuell
​Berufsqualifizierende Sprache für Hessen
Mangelnde berufs- und bildungssprachliche Kompetenzen zählen zu den größten Hürden für Bildungserfolg und berufliche Qualifizierung. Passgenaue Szenarien für Schlüsselberufe, arbeitsmarktrelevante Querschnittsthemen und praxisorientierte Schulungen für Sprach- und Fachlehrende helfen, sprachliche Einstiegsschwellen deutlich zu senken. Die berufsspezifische Vermittlung von Inhalten und Aufgaben gilt dabei als bewährtes Erfolgsrezept für den Spracherwerb. Das von der Europäischen Union und aus Mitteln des Landes Hessen geförderte Projekt „Berufsqualifizierende Sprache für Hessen“ wurde im Rahmen des Förderangebots „Impulse der Arbeitsmarktpolitik“ (IdeA) vom 01.01.2023 bis 31.12.2024 durchgeführt. Im Projekt wurden Konzeption, Umsetzung, Anpassung, Evaluation und Weiterentwicklung der berufsqualifizierenden Sprachbildung in der hessischen Arbeitsmarktförderung erarbeitet und erprobt, um Lehrpersonen, Kursträger sowie arbeitsmarkt- und bildungspolitische Institutionen bei der Entwicklung bedarfsgerechter, effizienter und nachhaltiger Sprachförderangebote zu unterstützen. Obwohl die Projektlaufzeit am 31.12.2024 endete, werden die im Projekt entwickelten Ansätze, Szenarien, Instrumente und Materialien weiterhin genutzt und fortgeführt. Sie sind so gestaltet, dass sie langfristig an unterschiedliche Rahmenbedingungen angepasst und laufend weiterentwickelt werden können, wodurch die Schulung und Qualifizierung von Sprach- und Fachlehrenden über das Projektende hinaus als breit angelegte Qualifizierungsoffensive wirkt. Die Projektergebnisse wurden formativ evaluiert; erhobene Daten werden auch nach Projektende weiter ausgewertet und zusammen mit wissenschaftlich fundierten Hintergrundinformationen in den laufenden Austausch mit Akteuren der Arbeitsmarktförderung eingebracht, etwa über Tagungen, Publikationen und Fachveranstaltungen. Das Projektteam steht weiterhin für Beratungen zur Konzeption innovativer Ansätze der berufsqualifizierenden Sprachbildung zur Verfügung. Projektdauer: 01.01.2023 – 31.12.2024 Projektleitung: Jörg Roche ​ Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Kseniya Borodina M.A., Maria Theresia Franz-Götz M.A., Marie Pittenauer M.A., Romana Wagner M.A.
​Lernen - Lehren - Helfen
Ins Leben gerufen wurde „Lernen – Lehren – Helfen“ im Jahr 2017 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wird vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gefördert. Das Projekt unterstützt Ehrenamtliche bei der Sprachvermittlung der deutschen Sprache an Geflüchtete. Das Angebot umfasst zwei Lehrbücher, den „Ersthelfer-Leitfaden für Ehrenamtliche“ und „Wir in Deutschland – Zusammen Leben lernen 2.0“, die Apps „Navi-D“ und „Wir 2.0“, sowie eine Telefonberatung, Schulungen und ab 2026 auch Austauschtreffen für die Ehrenamtlichen. Zudem bietet „Lernen – Lehren – Helfen“ online und vor Ort bei den Helferinnen und Helfern Schulungen zum Thema „Ehrenamtlich Deutsch unterrichten“ an. Dabei werden Spracherwerbstheorie, adäquate Sprachvermittlung, Wortschatzarbeit, Grammatikvermittlung, Umgang mit Fehlern, Planung von Unterrichtseinheiten, Binnendifferenzierung und Materialieneinsatz behandelt. Im Rahmen der Bereitstellung kostenfreier Materialien wird der Ersthelfer-Leitfaden für Ehrenamtliche im Jahr 2026 um zwei Kapitel erweitert: - Start in die Arbeitswelt - Selbstbestimmt und Frei Ebenfalls soll im Laufe des Jahres ein begleitendes Übungsheft zur Verfügung gestellt werden, das Ehrenamtliche und Geflüchtete noch zusätzlich unterstützt. Für Geflüchtete, die bereits einen höheren Abschluss haben oder schneller lernen, bietet „Lernen – Lehren – Helfen“ eine begrenzte Zahl an Lizenzen für die Deutsch Uni Online (DUO) an. Für Ehrenamtliche sind alle Angebote des Projekts Lernen – Lehren – Helfen kostenfrei. Für generelle Fragen oder Beratung können sich Ehrenamtliche jederzeit per E-Mail oder telefonisch während der Sprechstunde (mittwochs, 15:30 – 17:30 Uhr) melden. Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Jörg Roche Projektkoordination: Lena Nives Simic Kontakt: info@lernen-lehren-helfen.de ; 0157-55154354
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Mehr Projekte
Internationales Forschungszentrum
Chamisso-Literatur (IFC)
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Animierte Grundgrammatik der deutschen Sprache
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Fachsprachenprüfung Medizin
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Wortstatt Heilbronn
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App NAVI-D – Deutsch für den Alltag
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Grammatikanimationen
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Alle Projekte im Überblick
Alltagsorientierte und berufsqualifizierende Sprachförderung in Hessen​​
Mangelnde berufliche und bildungssprachliche Kompetenzen gehören weiterhin zu den größten Hürden für Bildungserfolg und berufliche Qualifizierung. Das Projekt „Berufsqualifizierende Sprache für Hessen“ wurde gefördert von der Europäischen Union und aus Mitteln des Landes Hessen im Rahmen des Förderangebots „Impulse der Arbeitsmarktpolitik“ (IdeA). Es lief vom 01.01.2023 bis 31.12.2024. Ziel war es, Lehrkräfte sowie Träger arbeitsmarkt- und bildungspolitischer Institutionen bei der Entwicklung und Umsetzung bedarfsgerechter, effizienter und nachhaltiger Sprachförderangebote zu unterstützen. Durch passgenaue Szenarien für Schlüsselberufe, praxisorientierte Schulungen und innovative Qualifizierungskonzepte konnten sprachliche Einstiegsschwellen verringert und der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Die Projektergebnisse – Szenarien, Instrumente und Konzepte – sind auf kontinuierliche Weiterentwicklung ausgelegt und können auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt und an spezifische Anforderungen angepasst werden. Eine regelmäßige Auswertung, wissenschaftliche Begleitung und der Austausch mit Akteuren der Arbeitsmarktförderung stellen sicher, dass die gewonnenen Erkenntnisse langfristig wirksam bleiben. Das Projektteam steht auch nach Projektende für Beratung und Konzeptentwicklung innovativer Ansätze zur Verfügung. Projektdauer: 01.01.2023 – 31.12.2024 Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Roche Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Kseniya Borodina M.A., Maria Theresia Franz-Götz M.A., Marie Pittenauer M.A., Romana Wagner M.A.
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Modellprojekt TRIUMF
TRIUMF – Modellprojekt zur talentfördernden Integration unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (Gefördert durch BMW München, in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Interkulturelle Pädagogik der Universität Augsburg) Status: Das Projekt ist abgeschlossen. Projektziel: Das Projekt TRIUMF verfolgte das Ziel, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sprachlich, sozial und bildungsbezogen so vorzubereiten, dass sie erfolgreich in eine Ausbildung im deutschsprachigen dualen System starten können. Konzept und Ansatz: Grundlage war das bewährte Konzept der Handlungsorientierung in Kombination mit dem pädagogischen Capability-Ansatz. Durch die gezielte Förderung individueller Talente und Interessen sollten die Teilnehmenden, trotz schwieriger Ausgangsbedingungen wie Bildungsferne oder begrenzter Deutschkenntnisse, innerhalb von neun Monaten auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Zentrale Maßnahmen: Im Mittelpunkt stand die Entwicklung, Durchführung und Evaluation einer praxisnahen und handlungsorientierten Sprachausbildung. Das Programm umfasste: Sprachkurse mit individuell angepassten Lerninhalten Integrierte Online-Module und Blended-Learning-Elemente, Berufsbezogene Praxiserfahrungen (z. B. Werkstätten, Job-Begleitungen, Schnuppertage) Motivierende Gemeinschafts- und Rahmenveranstaltungen Ein interkulturelles Sensibilisierungsprogramm zu Werten, Bildungstraditionen und gesellschaftlichen Prinzipien Kontinuierliche Begleitung durch erfahrene Beraterinnen und Berater und gleichaltrige Mentorinnen und Mentoren. Das Projekt zeigte, wie gezielte Talentförderung, Sprachbildung und Praxiserfahrung jungen Geflüchteten eine berufliche Perspektive und soziale Integration ermöglichen können.
Digitalisierter Unterricht in der beruflichen Bildung – Afrika (DUAL–A)
Digitalisierter Unterricht in der beruflichen Bildung – Afrika (DUAL–A) Vorstudie 2018 – Ziele und Konzept Hintergrund DUAL–A wurde auf Initiative des Bayerischen Landtags entwickelt. Grundlage war ein Änderungsantrag der CSU-Fraktion zum Nachtragshaushaltsplan 2018 (Drs. 17/20227). Der Freistaat Bayern engagiert sich in der Entwicklungszusammenarbeit, um Armut zu bekämpfen, nachhaltige und friedliche Entwicklung zu fördern und die Lebensbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. Ein Schwerpunkt ist, jungen Menschen, insbesondere jungen Frauen, in ihren Heimatländern passende Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen. Bayerischer Beitrag zur beruflichen Bildung Bayern verfügt über umfassende Erfahrungen in der Ausbildung junger Menschen, auch mit Fluchthintergrund, und über erprobte Konzepte und Materialien für die berufliche Bildung. Diese dienen als Grundlage für einen Beitrag in Entwicklungs- und Schwellenländern, bei dem Qualifizierung und die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zusammen gedacht werden. Ziel ist es, bildungsadäquate Beschäftigung zu ermöglichen und so Bleibeperspektiven in den Herkunftsländern zu stärken. Ziele von DUAL–A Ein mittelfristiges Ziel von DUAL–A ist die Entwicklung niedrigschwelliger, digital unterstützter Programme für passgenaue berufliche Ausbildung in prioritären Berufszweigen. Diese Programme sollen bestehende Ansätze für nachhaltige wirtschaftliche und bildungspolitische Entwicklung in den Partnerländern ergänzen und Bleibe-, Rückkehr- und Entwicklungsperspektiven verbessern. Im Rahmen der Initiative „Berufsbildungsoffensive Afrika“ wurden hierfür Mittel bereitgestellt, um Regionen zu identifizieren, in denen ein bayerisches Engagement besonders nachhaltig ist. Entwicklung eines Modellprojekts Gemeinsam mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw), dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie Wirtschafts- und Bildungspartnern vor Ort wurde 2019–2020 ein Modellprojekt zur Entwicklung eines umfassenden Qualifizierungskonzepts erarbeitet. Dafür wurde bayerisches Know-how in beruflicher Ausbildung, Entwicklungszusammenarbeit und Medienentwicklung gebündelt. Je nach Zielland können die einzelnen Bausteine flexibel kombiniert und an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Blended-Learning-Konzept Das Blended-Learning-Konzept von DUAL–A basiert auf drei Säulen: • Präsenzunterricht in Ausbildungsstätten und Betrieben • Eine on- und offline verfügbare berufliche Lern-App • Eine tutorierte Lernplattform für Kursbetrieb vor Ort und auf Distanz Alle Inhalte sind an bayerische Standards angelehnt, auf Lehr- und Ausbildungspläne abgestimmt, skalierbar für unterschiedliche Zielgruppen und mit zusätzlichen frei zugänglichen Lernressourcen versehen. DUAL–A App Die DUAL–A App ist niedrigschwellig, online und offline nutzbar und wird direkt am Arbeitsplatz als Lern- und Arbeitswerkzeug eingesetzt. Dank Offline-Funktion stehen Inhalte und Übungen rund um die Uhr zur Verfügung, auch ohne Internetzugang. Eine Favoriten-Funktion ermöglicht es, wichtige Inhalte, Videos, GIFs und Grafiken schnell griffbereit zu speichern. Lernplattform Neben der App bietet DUAL–A eine tutorierte Online-Lernplattform als ergänzendes Angebot. Sie dient als virtueller Kursraum, Forum und Ressourcensammlung für weiterführende Aufgaben und Materialien. Die Inhalte sind eng mit dem Präsenzunterricht verzahnt und untereinander vernetzt. Inhalte der Vorstudie 2018 Für die Vorstudie 2018 wurde in Abstimmung mit den bayerischen Testbetrieben Leoni, Dräxlmaier, Plasti-Ka und dem tunesischen Umweltministerium „Arbeitssicherheit“ als zentrales Thema festgelegt. In der App wurde das Thema in drei Bereiche gegliedert: „Umgang mit Gefahrstoffen“, „Persönlicher Schutz“ und „Verhalten im Notfall“. Die flexible Programmierung ermöglicht es, Inhalte zu ergänzen, zu verändern und anzupassen. Die Vorstudie endete am 31.12.2018; ihre Ergebnisse flossen in die Konzeption der Berufsbildungsoffensive Afrika ein. Mehrsprachen-Konzept DUAL–A wird als mehrsprachige App für iOS und Android angeboten. Eine Sprachwechselfunktion ermöglicht es, die Sprache flexibel an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer anzupassen, sodass Inhalte auch in mehrsprachigen Kontexten verstanden werden. Sprache wird dabei als praktisches Werkzeug zur Vermittlung von Konzepten und Wissen genutzt: Herkunftssprachen unterstützen insbesondere Einsteigergruppen beim fachlichen Lernen, während Deutsch als Expertensprache für Ausbildungs- und Arbeitsmaterialien sowie relevantes Kultur-, Arbeits- und Bildungswissen dient.
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Grundlagen und Konzepte des DaF-/DaZ-Unterrichts
Das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und damit auch der Kurs „Grundlagen und Konzepte des DaF-/DaZ-Unterrichts“ liefen im Jahr 2020 aus. Das neue, aktualisierte und erweiterte Weiterbildungsangebot finden Sie auf der Webseite der Multilingua Akademie.
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dhoch3 - Modul Elektronische Medien
Ziel des Moduls ist es, die Nutzenden mit den möglichen Mehrwerten der Nutzung von elektronischen, vorwiegend Online-Medien, theoretisch und praktisch vertraut zu machen. Dabei geht es nicht um die Medien als Selbstzweck zwischen Medienhysterie und medialem Edutainment, sondern um Medien als zielführende Instrumente für die Verbesserung und Beschleunigung des Sprach- und Kulturerwerbs. Es geht darum zu zeigen, an welchen Stellen, bei welchen Lernergruppen und unter welchen Bedingungen und Zielsetzungen der Einsatz von Online-Medien Lernmehrwerte generieren kann. Demzufolge behandeln die 7 Themen und 21 Kapitel des Moduls immer theoretisch fundierte Perspektiven einer medial-gestützten Fremdsprachendidaktik, die die erfahrene oder zukünftige Lehr- und Lern-Praxis der Teilnehmenden reflektiert. Dazu werden unterschiedliche Perspektiven thematisiert: lerntheoretische, psycho- und kognitionslinguistische, medientheoretische und -didaktische, linguistische, technologische, evaluatorische und administrative. Die Inhalte des Moduls sollen laufend aktualisiert und um relevante Inhalte erweitert werden, um so hochaktuelle Themen wie Gamification, Virtual Reality, Social Virtual Reality und KI-Anwendungen vorzustellen. --- Inhalt Thema 1: Theoretische Grundlagen und Anwendung der Mediendidaktik Kapitel 1: Bilder, Sprache und Gedächtnis – Grundlegende Theorien des Arbeitsgedächtnisses Kapitel 2: Theorien des multimedialen Lernens Kapitel 3: Sprachliches Lernen – multimedial und multimodal Thema 2: Sprache, Kognition und Medien Kapitel 1: Bildschemata und Metaphorisierung Kapitel 2: Animationen und Grammatikvermittlung Kapitel 3: Hypertext Thema 3: Basisprinzipien der Mediendidaktik Kapitel 1: Rahmenbedingungen für den Einsatz der Medien im Fremdsprachenunterricht Kapitel 2: Klassifikation der Sprachlernsoftware aus funktionaler Sicht Kapitel 3: Nachhaltigkeit der Entwicklung und Nutzung von Lernprogrammen Thema 4: Lehr- und Lernkonzepte Kapitel 1: Formen des Lernens mit neuen Medien Kapitel 2: Kollaboratives Lernen Kapitel 3: Interkulturelles Tandem-Lernen Thema 5: Kultur und Medien Kapitel 1: Visuelle Medien im Kulturtransfer Kapitel 2: Interkulturelle Landeskunde Kapitel 3: Communication in cyber space Thema 6: Mediengestützte Handlungsdidaktik Kapitel 1: Berufs-, Geschäfts- und Wirtschaftssprachen online Kapitel 2: Erwerb der Handlungskompetenzen im mediengestützten DaF-Unterricht Kapitel 3: Innovativer berufsorientierter DaF-Unterricht Thema 7: Multimediale Werkzeuge und Materialien für DaF-Unterricht Kapitel 1: Funktionalität und Einsatz von Lernplattformen (am Beispiel von DUO) Kapitel 2: Digitale Werkzeuge und Apps für Sprachlernen Kapitel 3: Evaluationsverfahren digitaler Lernprogramme Thema 8: Virtuelle Realität und Künstliche Intelligenz Kapitel 1: XR, VR, AR Kapitel 2: KI Kapitel 3: Werkzeugkoffer --- Autorenteam Prof. Dr. Jörg Roche Projektleiter roche@daf.lmu.de Isabel Hoffmann Projektmitarbeiterin i.hoffmann@daf.lmu.de
Unterrichts- und Fortbildungsmaterialien für Deutsch als Zweitsprache
In Zusammenarbeit mit Autorinnen aus der Grundschulpädagogik und Lehrkräften in Sprachlern- und Übergangsklassen wurden Methodenbände, Szenarien und Fortbildungsmaterialien zur Förderung und Integration von DaZ-Schüler und -Schülerinnen entwickelt. Sie erscheinen im Auer Verlag. Jörg Roche (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe (Hg.) /Elisabetta Terrasi-Haufe / Jörg Roche / Kathrin Gietl / Sandra Littwin / Mirjana Šimić (2017). DaZ – Schüler im Regelunterricht fördern Kl.3/4. Augsburg: Auer APP Lehrerfachverlage. Jörg Roche (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe / Jörg Roche / Kathrin Gietl / Sandra Littwin (2016). DaZ fachfremd unterrichten 1./4. Klasse. Augsburg: Auer APP Lehrerfachverlage. Jörg Roche (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe (Hg.) /Elisabetta Terrasi-Haufe / Jörg Roche / Kathrin Gietl / Mirjana Šimić (2017). DaZ – Schüler im Regelunterricht fördern Kl.1/2. Augsburg: Auer APP Lehrerfachverlage. Jörg Roche (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe / Jörg Roche / Kathrin Gietl / Sandra Littwin (2016). 33 Methoden: DaZ im Sachunterricht. Augsburg: Auer APP Lehrerfachverlage. Jörg Roche (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe / Jörg Roche / Kathrin Gietl / Sandra Littwin (2016). 33 Methoden: DaZ im Mathematikunterricht. Augsburg: Auer APP Lehrerfachverlage. Jörg Roche (Hg.) / Elisabetta Terrasi-Haufe (Hg.) /Elisabetta Terrasi-Haufe / Jörg Roche / Kathrin Gietl / Mirjana Šimić (2015). 33 Methoden: DaZ im Deutschunterricht. Augsburg: Auer APP Lehrerfachverlage. Projektleitung: Jörg Roche Autoren: Elisabetta Terrasi-Haufe, Kathrin Gietl, Sandra Littwin, Mirjana Šimić
Sprachstandsermittlung bei Kindern mit Migrationshintergrund
Das als Ladenburger Kolleg geförderte Projekt „Sprachstandsermittlung bei Kindern mit Migrationshintergrund" ist nicht nur angetreten, um die Grundlagen des Spracherwerbs von Kindern mit und ohne Deutsch als Familiensprache zu erforschen. Allein schon dieses Vorhaben hatte trotz der vermeintlichen Einfachheit der Sprache von vier- bis sechsjährigen Kindern enorme Herausforderungen zu meistern, weil die sprachliche Oberfläche nur bedingt preisgibt, welche komplexen sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen die Kinder bereits tatsächlich erworben haben bzw. im Prozess sind zu erwerben. Das Projekt hatte darüber hinaus immer auch das Ziel, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in ein praxistaugliches Verfahren umzusetzen, das möglichst vielen Kindern erfolgreiche Bildungswege eröffnen soll. Dazu wurde ein leicht zu implementierendes „Serious Game" (ein digitales Spiel mit ansprechenden Aufgaben) entwickelt, das die Kinder mit Freude und ohne Prüfungsängste bewältigen und Erzieher ohne großen Aufwand bedienen können. Die automatisierte Auswertung stellt eine zeitliche und fachliche Entlastung dar, sodass die Sprachstandsermittlung auch im Kita-Alltag qualitativ hochwertiger als frühere Verfahren und höchst effizient durchgeführt werden kann. Geleitet wurde das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Jörg Roche, der am Institut für Deutsch als Fremdsprache an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt. Die Abschlusskonferenz, die aufgrund der COVID-19-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste, steht noch aus. Was ist das Ladenburger Kolleg? Beim Förderformat „Ladenburger Kolleg" handelt es sich um drei bis fünf Jahre geförderte Forschungsvorhaben, deren Ergebnisse publiziert werden. Unter der Leitung eines von der Stiftung benannten Wissenschaftlers wird ein Forschungsthema von mehreren Arbeitsgruppen an unterschiedlichen wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland über einen längeren Zeitraum bearbeitet. Die Mitglieder eines Kollegs agieren in hohem Maße frei, legen ihr Forschungsprogramm eigenständig fest und kommen bei regelmäßigen Treffen in der Stiftung zusammen. Die Stiftung finanziert in der Regel Stellen für die Promotion jüngerer Mitarbeiter sowie Reisekosten und in begrenztem Umfang auch Sachmittel. Weiterentwicklung nach der Förderphase: Auch nach Ende der Förderphase durch die Daimler und Benz Stiftung gehen die Arbeiten an der Erforschung der Prinzipien des kindlichen Spracherwerbs zügig weiter. Mittlerweile lassen sich durch Korrelationsanalysen bestimmte Erwerbsverläufe vorhersagen. Dadurch wird es möglich, frühe Interventionsmaßnahmen zu schaffen, die einen möglichst optimalen Erwerbsverlauf gewährleisten. Die Thematik der Optimierung des Erwerbsverlaufs – und damit die Förderung von Bildungschancen – steht seit Beendigung der Hauptentwicklungsphase im Fokus des Forschungsteams: Zum einen werden an der Universität Heidelberg unter der Leitung von Prof. Dr. Giulio Pagonis Förderinstrumente und Verfahren zum Ausgleich sprachlicher Defizite (remediale Förderung) im Kontext der digitalen Weiterentwicklung des Programms „Deutsch für den Schulstart" entwickelt. Zum anderen arbeitet ein erweitertes Team mit einem führenden Verlag unter der Leitung von Prof. Roche an der Entwicklung präventiver Sprachbildungskonzepte, die möglichst früh (ab einem Alter von ca. zwei Jahren) in unterschiedlichen medialen Formaten für optimale Spracherwerbsbedingungen sorgen sollen, bevor eine Sprachstandsdiagnose und ggf. auch remediale Sprachförderung überhaupt erforderlich werden. Technische Weiterentwicklung: Derzeit wird das für das Diagnoseverfahren entwickelte automatische Sprachanalysetool (AutoAna) erweitert, um es für weitere Sprachdaten wie zum Beispiel Bildbeschreibungen und Erwerbsgegenstände (Nominalmorphologie, Satzbau) nutzen zu können. Im Rahmen des Sprachförderkonzepts „Deutsch für den Schulstart" soll es den Sprachförderkräften ermöglicht werden, individuelle Sprachstände (Genus, Kasus, Verbstellung, Wortstellung) zu ermitteln und auf dieser Grundlage individuelle Förderempfehlungen, Fördereinstiege und Gruppenbildungsempfehlungen auszusprechen. Damit soll eine von der Förderpraxis dringend geforderte Verlinkung zwischen linguistischer Sprachdiagnose und Förderplanung erfolgen. Des Weiteren wird geprüft, inwieweit die mit der Diagnose erhobenen Sprachdaten zur Domäne RAUM, d. h. zu Raumkonzepten und ihrem sprachlichen Ausdruck, auch Aussagen über den Kompetenzstand in weiteren Bereichen des Sprachgebrauchs zulassen, für die die App bisher nicht gezielt entwickelt wurde. Dazu zählen etwa die Nominalflexion, der Satzbau und der allgemeine Wortschatz. Erste Analysen zeigen, dass dies für zentrale Bereiche der Grammatik möglich ist, womit das Anwendungsspektrum und die Attraktivität der Diagnose-App für Förderkräfte deutlich erweitert wird. Herausforderungen der Bildungspolitik: Mit Blick auf die Einführung des Verfahrens in den Regelbetrieb hat das Forschungsteam unter anderem Kontakt zu verschiedenen Bildungs- und Sozialministerien in Deutschland aufgenommen und ist dabei auf großes Interesse und Anerkennung gestoßen. Schließlich wird eine frühe und verlässliche Sprachstandsdiagnose als Grundlage erfolgreicher Bildungskarrieren allgemein nicht nur anerkannt, sondern geradezu von der Sozial- und Bildungspolitik gefordert. Trotz des wachsenden „Leidensdrucks", der eigentlich zum Handeln zwingt, bleibt es oft bei solchen Thematisierungen. Bisher ist das tatsächliche Engagement der zuständigen Institutionen zu gering, etwa bei der Durchführung der nun erforderlichen Normierungsstudie mit ca. 1.000 Kindern. Pilotprojekt im Saarland: Im Januar 2022 startet im Saarland das aus Mitteln des dortigen Ministeriums für Bildung und Kultur finanzierte Projekt „Sprachliche Bildung/Sprachförderung im frühkindlichen Bereich" unter der Leitung von Prof. Dr. Stefanie Haberzettl. In dessen Kontext ist ein erster Teil einer Normierungsstudie mit ca. 300 Kindern angelegt. Mit Blick auf die bundesweite Normierungsstudie wird bei der Auswahl der 15 Kitas darauf geachtet, dass unterschiedliche städtische und ländliche Regionen und unterschiedliche soziale Umfeldbedingungen Berücksichtigung finden. Zudem werden das in den Kitas arbeitende pädagogische Personal und insbesondere die im Modellprojekt eingesetzten Sprach-Fachberaterinnen sowie deren Multiplikatorinnen mit dem Diagnoseverfahren vertraut gemacht. Im Modellprojekt soll die Diagnose-App nicht nur als deskriptives Instrument zur Messung des Sprachstands, sondern auch für die Förderdiagnose zum Einsatz kommen. Geplant ist darüber hinaus, aus den Ergebnissen des Diagnoseverfahrens sprachdidaktische Empfehlungen abzuleiten, die in einem direkten Feedback an die einzelnen Kita-Standorte, aber auch in einer standortübergreifend einsetzbaren Handreichung formuliert werden sollen. Auch in ein Fortbildungsprogramm, das im Laufe des Modellprojekts entwickelt werden soll, werden diese Empfehlungen Eingang finden. Fazit: In der Gesamtschau des Projekts von seinen wissenschaftlichen Grundlagen bis hin zur Implementierung seiner Ergebnisse im Bildungssystem bestätigt sich damit erneut, wie wichtig nicht nur die wissenschaftlichen, sondern auch die bildungspolitischen Impulse der Stiftungen für gesellschaftliche Innovation sind. Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Jörg Roche Dr. Nicole Weidinger (Koordinatorin) Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Deutsch als Fremdsprache
